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Jagtar Singh Johal hat nach fast neun Jahren in Haft ein Gefängnis in Delhi verlassen. Die Strafverfahren gegen ihn dauern unter Kautionsauflagen jedoch an.
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Der schottisch-sikhische Aktivist Jagtar Singh Johal verließ am Donnerstag, dem 1. Oktober, das Tihar-Gefängnis in Delhi – fast neun Jahre nach seiner Festnahme in Indien. Er wurde nicht verurteilt. Der Delhi High Court hatte ihm am 18. September eine Freilassung gegen Kaution gewährt, doch er blieb bis Donnerstag in Haft. [1] [3]
The Guardian berichtete, seine Anwälte hätten wegen der Verzögerung einen Antrag bei Gericht gestellt. Dieses habe daraufhin seine Freilassung für denselben Nachmittag angeordnet. [3]
Die Entscheidung vom September gewährte ihm in sieben Verfahren der indischen National Investigation Agency eine Freilassung gegen Kaution. Das Gericht verwies auf Johals lange Haft und den schleppenden Fortgang des Prozesses: 40 Zeugen waren vernommen worden, und dem Gericht war mitgeteilt worden, dass weitere 123 Zeugen noch zu vernehmen seien. Es maß bei seiner Entscheidung über die Kaution auch Johals Freispruch in einem getrennten Verfahren in Moga im vergangenen Jahr erhebliches Gewicht bei, ohne ihn als Entscheidung über die anderen Strafverfahren zu behandeln. [2] [5]
Indische Ermittler werfen Johal vor, zur Finanzierung einer Verschwörung im Zusammenhang mit Anschlägen in Punjab beigetragen zu haben. Er bestreitet jede Beteiligung. Die BBC berichtet, dass acht Verfahren auf Bundesebene anhängig bleiben und ihm die Todesstrafe drohen könnte. Eine UN-Arbeitsgruppe kam 2021 zu dem Schluss, dass seine Inhaftierung willkürlich gewesen sei und er gefoltert worden sei. Indien bestritt die Foltervorwürfe und erklärte, es habe dem Prozessgericht Beweismittel vorgelegt. [1] [4]
Zu Johals Kautionsauflagen gehören die Abgabe eines etwaigen Reisepasses, die Teilnahme an Gerichtsterminen und eine Meldung bei den Ermittlern alle zwei Wochen. Seine Entlassung aus dem Gefängnis beendet die Verfahren gegen ihn nicht.
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