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Schätzungen zum Schiffsverkehr deuten auf starke Einschränkungen iranischer Rohölexporte sowie auf Bewegungen einiger Erdölprodukte hin. Sie belegen jedoch nicht, dass die von Trump am 13. Oktober gelobte Blockade iranischer Häfen vollständig durchgesetzt wird.
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Schätzungen zum Schiffsverkehr deuten auf starke Einschränkungen iranischer Rohölexporte hin, belegen aber nicht, dass die US-Blockade an der Straße von Hormus „undurchdringlich“ ist, wie Donald Trump sie beschrieb. Die angekündigte Beschränkung richtet sich gegen den Verkehr zu und von iranischen Häfen, nicht gegen den gesamten Schiffsverkehr durch die Meerenge.
In einem Beitrag vom 13. Oktober 2026 im Archiv Trump’s Truth feierte Trump die „251 Jahre“ der US-Marine und pries eine „undurchdringliche Stahlmauer“ als „weitere historische Errungenschaft“. In der Geburtstagsbotschaft wurde kein Zielland genannt, es wurden keine Zahlen zur Durchsetzung vorgelegt und kein neuer Befehl angekündigt.
Trumps frühere Äußerungen und die Ankündigungen des US-Zentralkommandos deuten darauf hin, dass die Blockade iranischer Häfen die Operation ist, die er lobte. In einer vom Magazin Seapower wiedergegebenen Mitteilung des CENTCOM vom 12. April wurde eine ab dem folgenden Tag geltende Blockade angekündigt, die Schiffe aller Nationalitäten beim Ein- und Auslaufen in iranische Häfen betrifft. Ausdrücklich hieß es, Schiffe, die auf dem Weg zu oder von nichtiranischen Häfen die Straße von Hormus passieren, würden nicht behindert.
Es gibt deutliche Hinweise auf Einschränkungen der Rohölexporte. Reuters berichtete am 13. Oktober in einem von EnergyNow erneut veröffentlichten Artikel, dass das Datenunternehmen Vortexa schätzte, die iranischen Rohölexporte auf dem Seeweg seien in der zweiten Septemberwoche auf null gesunken und hätten am 5. Oktober weiterhin bei null gelegen. Zuvor hatte der Durchschnitt zu Beginn des Septembers über 14 Tage hinweg 230.000 Barrel pro Tag betragen. Die Schätzung betrifft Rohöl, nicht sämtliche Erdölprodukte, und ihr Erfassungszeitraum endet vor Trumps Beitrag.
United Against Nuclear Iran (UANI), das sich für Sanktionen und anhaltenden Druck auf Iran einsetzt, berichtete über eine andere Messgröße für Rohöl. In seinem Update vom 13. Oktober hieß es, seit dem 12. Juli sei kein mit Rohöl beladener Tanker erfasst worden, der erfolgreich den Golf von Oman verlassen und sich der Durchsetzung der US-Blockade entzogen habe. Dieses bedingte Ergebnis der Erfassung und Vortexas Schätzung der Exporte beruhen auf unterschiedlichen Kriterien und Zeiträumen; sie belegen keinen durchgehenden Zeitraum mit null Exporten seit Juli.
Die Gruppe berichtete auch über Bewegungen von Erdölprodukten: Seit Wiederaufnahme der Operation hätten rund neun kleine Tanker mit iranischem Flüssiggas (LPG) und Naphtha die Blockadelinie passiert. Sie nannte die APOLLO OCEAN, die am 12. Oktober, einen Tag vor der Geburtstagsbotschaft, mit iranischem LPG den Golf von Oman verlassen habe.
In einem früheren Bericht, der am 9. Oktober veröffentlicht wurde, zitierte USNI News den Analysten Tomer Raanan von Lloyd’s List, der kleine Mengen LPG beschrieb, die Iran per Umladung von Schiff zu Schiff verließen. Das stützt die grundsätzliche Unterscheidung zwischen Rohöl- und Erdölprodukttransporten, bestätigt aber nicht die spätere Abfahrt der APOLLO OCEAN.
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Der Bericht des CENTCOM beschreibt eine umfangreiche Durchsetzung der Blockade. In einer am 10. Oktober von Forth veröffentlichten Mitteilung erklärte das Kommando, die Blockade sei am 14. Juli wiederaufgenommen worden. Im Verlauf der drei Monate habe es 135 Schiffe zurückgewiesen, vier Handelsschiffe außer Gefecht gesetzt und zehn Tanker zerstört, die es dem Schattennetzwerk der Islamischen Revolutionsgarde zuordnete. Außerdem hieß es, ein US-Kampfjet habe an diesem Tag im Golf von Oman den Antrieb des unter panamaischer Flagge fahrenden Frachtschiffs Ocean Molica außer Gefecht gesetzt, ohne dessen Besatzung zu verletzen. Die in der Mitteilung genannten Zahlen ergeben keine vollständige Gesamtzahl der versuchten Durchfahrten und können daher keinen Prozentsatz für die Durchsetzung belegen.
Auch Trumps frühere Beschreibungen lassen selektive Durchfahrten zu. Ein Bericht des Weißen Hauses über sein Interview mit Fox & Friends vom 28. Juli zitierte ihn mit den Worten: „Nur die Schiffe, die wir durchlassen wollen, kommen durch“, während er zugleich erklärte, die Blockade sei so stark, dass „niemand durchkommt“. Die Regierung stellte die Strategie als Aufrechterhaltung maximalen Drucks auf Iran dar.
In einem separaten archivierten Beitrag vom 8. Oktober erklärte Trump, die Blockade werde bestehen bleiben und die USA würden Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht angreifen. Dabei handelte es sich um politische Aussagen und Absichtserklärungen für die Zukunft, nicht um eine Ankündigung in der Geburtstagsbotschaft.
Aus den Berichten zur Erfassung der Erdölprodukttransporte geht nicht hervor, ob die Fahrten unter die Beschränkung für iranische Häfen fielen oder von US-Streitkräften genehmigt waren. Sie dokumentieren Bewegungen, beweisen für sich genommen aber nicht, dass verbotene Fahrten die Blockade durchbrachen.
Die Erholung des Handels insgesamt ist ein gesondertes Ergebnis. In einer Analyse vom 1. Oktober bezifferte Kpler die zusammengefassten Rohölmengen nichtiranischer Herkunft auf Routen durch den Golf und über alternative Wege auf ungefähr das Vorkonfliktniveau. Die Gesamtzahl umfasste auch Routen über das Rote Meer und den Golf von Oman, nicht nur die Straße von Hormus. Nach Angaben des Unternehmens lagen die Produktströme weiterhin rund 50 % unter dem Vorkriegsniveau, und die Frachtkosten waren erhöht. Kpler unterschied ausdrücklich zwischen dieser Erholung und einer Wiederöffnung der Meerenge.
Das Register der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation führte zum 13. Oktober 106 bestätigte Vorfälle und 24 bestätigte Todesfälle unter Seeleuten in der Straße von Hormus und im weiteren Nahen Osten auf. Dies sind regionale Gesamtzahlen zu Schäden im Schiffsverkehr, keine Zahl der Verstöße gegen die Blockade.
Die Hinweise sprechen für starke Einschränkungen der iranischen Rohölexporte, nicht für eine bestätigte vollständige Durchsetzung der Blockade. Bewegungen von Erdölprodukten heben diese Beschränkungen für Rohöl weder auf noch beweisen sie ohne Klärung ihres Genehmigungsstatus, dass eine verbotene Fahrt erfolgreich war.