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Das Weiße Haus erwartet, dass die Benzin- und Dieselpreise in den USA rasch sinken. Die jüngsten Preise an den Zapfsäulen zeigen ein uneinheitliches Bild, während einige der angeführten Energieprojekte noch von Investitionsentscheidungen oder der künftigen Produktion abhängen.
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Das Weiße Haus erklärte am 25. Oktober, die Benzin- und Dieselpreise in den USA würden „bald rasch sinken“. Als Gründe nannte es die Energiemaßnahmen und Vereinbarungen von Präsident Donald Trump. Die jüngsten landesweiten Erhebungen zu den Preisen an den Zapfsäulen zeigen ein uneinheitlicheres Bild: Benzin war leicht günstiger geworden, Diesel dagegen teurer. Beide Erhebungen liegen vor der Prognose.
Die US-Energieinformationsbehörde (EIA) verzeichnete am 19. Oktober einen Preis von 4,284 US-Dollar je US-Gallone für Normalbenzin. Eine Woche zuvor waren es 4,331 US-Dollar gewesen, gegenüber 3,019 US-Dollar etwa zur gleichen Zeit im Vorjahr. Diesel kostete 6,276 US-Dollar je Gallone, nach 6,179 US-Dollar in der Vorwoche. Diese Zahlen können nicht klären, wie sich die Preise nach dem 25. Oktober entwickeln oder wie stark einzelne Maßnahmen sie beeinflussen könnten.
Die Übersicht des Weißen Hauses vereint bereits umgesetzte Maßnahmen mit Vereinbarungen und Projekten in unterschiedlichen Stadien. Die Behauptung, ein Ölgeschäft mit Venezuela habe den USA 65 Milliarden Barrel gesichert, bezieht sich auf eine im August angekündigte Vereinbarung – nicht auf 65 Milliarden Barrel Öl, die bereits gefördert oder den Reserven auf US-Gebiet hinzugefügt wurden. Nach einer früheren Darstellung der Regierung erhielt ein Privatunternehmen Konzessionen für 17 venezolanische Ölfelder. Die US-Regierung erwarb eine Beteiligung von 35 % an der Muttergesellschaft des Unternehmens sowie das Recht, einen Teil der künftigen Förderung zu kaufen. Das Weiße Haus bezeichnet die geschätzten Reserven der Felder als nachgewiesen. Von der Associated Press befragte Ölfachleute haben diese Zahl angezweifelt und die Mengen, die kurzfristig als nachgewiesen eingestuft werden könnten, deutlich niedriger eingeschätzt.
Die Regierung beschreibt außerdem eine Vereinbarung im Umfang von 54 Milliarden US-Dollar mit Südkorea und Taiwan zum Bau einer Erdgasleitung in Alaska. Südkoreas veröffentlichter Plan zufolge wurde das Projekt vorbehaltlich seiner wirtschaftlichen Tragfähigkeit und der nationalen rechtlichen Anforderungen geprüft. Der Projektentwickler Glenfarne erklärte, die Investitionsstruktur und die Schritte hin zu einer endgültigen Investitionsentscheidung müssten noch abgeschlossen werden. Taiwan erwog laut APs Bericht über die Erklärung seines Wirtschaftsministeriums eine Investition von bis zu 4,4 Milliarden US-Dollar; die Bedingungen müssten noch ausgehandelt werden. Bei planmäßigem Verlauf erwartet Taiwan frühestens ab 2032 Gaslieferungen. Kurzfristig ist das Projekt keine zusätzliche Quelle für Benzin in den USA.
Zu den Kraftstoffvorräten erklärt das Weiße Haus, Trump habe Zusagen anderer Länder erreicht, mehr als 130 Millionen Barrel Diesel freizugeben. Eine Erklärung der Internationalen Energieagentur vom 15. Oktober spricht von rund 330 Millionen Barrel Öl und Erdölprodukten, die im Rahmen einer gemeinsamen Maßnahme bereits freigegeben wurden, und weiteren rund 100 Millionen Barrel, die noch folgen sollen. Dazu zählen Pläne, so bald wie möglich mehr als 20 Millionen Barrel Diesel freizugeben. Daraus geht weder hervor, wie das Weiße Haus auf seine separate Dieselmenge kommt, noch ob sich die Zusagen überschneiden.
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Die Versorgungslage bleibt schwierig, besonders bei Diesel. Die IEA schätzte, dass die weltweiten Exporte von Diesel und Gasöl im September rund 700.000 Barrel pro Tag unter dem Vorjahresniveau lagen, und prognostizierte für das vierte Quartal 2026 ein Gasölangebot, das hinter der Nachfrage zurückbleibt. US-Raffinerien liefen von Mai bis September nach Angaben der EIA im Durchschnitt mit mehr als 95 % ihrer Kapazität. Die gesamte Raffineriekapazität lag jedoch 4 % unter dem Wert von 2019. Eine hohe Auslastung bestehender Anlagen ist nicht dasselbe wie ein Ausbau der Kapazität und garantiert keine niedrigeren Preise an der Zapfsäule.