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Deutschland hat den ehemaligen Geheimdienstchef August Hanning und seinen früheren Kollegen Manfred D. festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft D. vor, Hanning fast 2.000 BND-Dokumente geliefert zu haben; diese Zahl bezieht sich auf die Lieferungen an Hanning, nicht auf Weitergaben an ausländische Dienste.
Was hat sich geändert? · 06.10.26, 10:10 UTC
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Beamte des Bundeskriminalamts nahmen August Hanning und Manfred D. am 6. Oktober 2026 aufgrund richterlicher Haftbefehle fest, teilte der Generalbundesanwalt mit. Die Festnahmen erfolgten in Bayern und Nordrhein-Westfalen; dort sowie in Berlin begannen auch Durchsuchungen. [1]
Hanning, der von 1998 bis 2005 den deutschen Auslandsnachrichtendienst BND leitete, steht im Verdacht der landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, des versuchten Landesverrats und geheimdienstlicher Agententätigkeit. D., der früher Büroleiter Hannings und späterer BND-Präsidenten war, wird der Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung beschuldigt. Dabei handelt es sich um Vorwürfe in den Haftbefehlen, nicht um Schuldfeststellungen. [1]
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, sich wahrscheinlich im Frühjahr 2010 darauf geeinigt zu haben, dass D. Hanning gegen Bezahlung BND-Informationen beschaffen würde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft versorgte D. ihn in den folgenden Jahren bis Juni 2022 mit fast 2.000 Dokumenten, von denen viele als geheim eingestuft waren. Diese Zahl beschreibt den mutmaßlichen Dokumentenfluss an Hanning, nicht die Anzahl der an ausländische Dienste übermittelten Dokumente. [1]
Der Generalbundesanwalt beschreibt zwei unterschiedliche Kontakte ins Ausland. Hanning soll unter Verwendung geheim eingestuften Materials eine Analyse für einen Vertreter eines ausländischen Nachrichten- oder Sicherheitsdienstes erstellt haben. Die Ermittler konnten jedoch nicht feststellen, ob sie ihren vorgesehenen Empfänger erreichte. Separat davon wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, über mehrere Jahre politische Informationen an ein Mitglied eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes geliefert zu haben, teilweise auf Grundlage von Material, das er von D. erhalten hatte. [1]
Die beiden Männer sollten am 6. und 7. Oktober einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheiden sollte. [1] In einem früheren gemeinsamen Bericht schrieben WDR, NDR und die Süddeutsche Zeitung, Hannings Anwälte hätten auf eine kurzfristige Anfrage zu den neuen Vorwürfen noch nicht reagiert.
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