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Ethiopian Airlines hat Flüge in drei Städte in Tigray ausgesetzt, nachdem Kämpfer aus Tigray Berichten zufolge deren Flughäfen eingenommen hatten. UN-Generalsekretär António Guterres ruft zur Zurückhaltung auf, während auch außerhalb der Region Kämpfe gemeldet werden.
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Guterres äußerte am 23. September große Besorgnis über Berichte zu intensiveren Kämpfen in und um Tigray sowie deren Ausweitung auf benachbarte Gebiete. In einer Erklärung seines Sprechers forderte er eine sofortige Deeskalation, den Schutz der Zivilbevölkerung und einen sicheren, ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen. Er warnte vor Schritten, die zu einem umfassenderen und verheerenderen Konflikt führen könnten. [1]
Ethiopian Airlines setzte noch am selben Tag die Flüge nach Mekelle, Axum und Shire aus. Die Fluggesellschaft verwies auf die aktuelle Lage, ohne dies näher zu erläutern. Ein Datum für die Wiederaufnahme wurde nicht genannt. Die Aussetzung bedeutet nicht, dass alle Transport- und Hilfswege nach Tigray gesperrt sind. [2] [3]
Nach Angaben des Konfliktbeobachters ACLED nahmen die Tigray Defense Forces unter Führung der Tigray People's Liberation Front (TPLF) die drei Flughäfen ein. Die Nachrichtenagentur AP sprach mit einem anonymen Taxifahrer, der leicht bewaffnete TPLF-Kämpfer am Flughafen von Mekelle gesehen hatte. Die Übernahme schien laut AP friedlich zu verlaufen: Am oder um den Flughafen war kein Schusswaffenfeuer zu hören gewesen. Für Axum und Shire liegen in den verfügbaren Quellen keine getrennten Augenzeugenberichte vor. [8] [2]
Reuters berichtet unter Berufung auf vier Quellen, dass Kämpfer aus Tigray auch in den angrenzenden Regionen Afar und Amhara aktiv waren. In Afar hätten sie den Quellen zufolge gemeinsam mit einer lokalen bewaffneten Gruppe gekämpft, in Amhara mit der Fano-Miliz. Das Gesamtausmaß und die Intensität der Kämpfe seien laut der Nachrichtenagentur unklar gewesen. Eine unabhängig verifizierte Gesamtzahl der Opfer liegt nicht vor. [4]
Wer die Eskalation begonnen hat, ist umstritten. Die von der TPLF geführte Regionalregierung bezeichnet ihr Vorgehen als Verteidigung gegen Angriffe des Bundes. Getachew Reda, Berater von Premierminister Abiy Ahmed und ehemaliger TPLF-Funktionär, wirft der TPLF dagegen eine groß angelegte Offensive gegen Regierungsstellungen vor. Eine unabhängige Rekonstruktion der aufeinanderfolgenden Angriffe liegt nicht vor.
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Auch zuvor in diesem Jahr kam es zu Kämpfen. Das UN-Menschenrechtsbüro OHCHR berichtete im Februar, dass sich die Kämpfe zwischen Bundestruppen und Truppen aus Tigray Ende Januar verschärft hatten und beide Seiten schwere Waffen einsetzten. [6]
Das Pretoria-Abkommen vom November 2022 verpflichtet beide Seiten, die Feindseligkeiten einschließlich Luftangriffen zu beenden. Es sieht auch vor, dass die Sicherheitsorgane des Bundes die vollständige Kontrolle über die Flughäfen in Tigray übernehmen. Außerdem muss die TPLF auf eine Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen in anderen Teilen Äthiopiens verzichten. Diese Vereinbarungen bilden den Rahmen für die diplomatischen Aufrufe, die Gewalt zu beenden. [5] [1]
Guterres unterstützt die Vermittlungsbemühungen der Afrikanischen Union, darunter die Beteiligung des ehemaligen Präsidenten Olusegun Obasanjo. Ziel ist es, die Parteien dazu zu bewegen, die Verhandlungen im Rahmen des Pretoria-Abkommens wieder aufzunehmen. Eine Wiederaufnahme dieser Gespräche wurde nicht bestätigt. [1]